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WebdesignPraxisleitfaden

Website-Relaunch Checkliste — Schritt für Schritt zur neuen Seite

30. Mai 2026Aktualisiert am 13. Juli 202610 Min. LesezeitVon Philipp Ritz
Webdesigner und Kunde besprechen einen Website-Relaunch am Laptop — Planung und Konzeption
Inhaltsverzeichnis

Ein Website-Relaunch kann trotz gelungener Optik organische Sichtbarkeit verlieren, wenn URLs, Inhalte, interne Links, Canonicals, Indexierungsregeln oder Tracking unsauber migriert werden. Google weist außerdem darauf hin, dass bei größeren Änderungen vorübergehende Ranking-Schwankungen möglich sind. Diese Checkliste trennt erwartbare Bewegung von vermeidbaren Fehlern.

Phase 1 — Vor dem Projekt

Bevor der erste Workshop mit der Agentur stattfindet, sollten diese Punkte intern geklärt sein:

  • Klares Hauptziel des Relaunchs. Mehr Anfragen? Mehr Bewerbungen? Andere Zielgruppe? Wer alles will, bekommt nichts.
  • Realistisches Budget. Inklusive Pufferposten von 15 bis 20 % für Unvorhergesehenes.
  • Verantwortliche Person im Unternehmen. Eine Person, die entscheiden darf und Zeit hat — sonst zieht sich das Projekt um Monate.
  • Bestehende Inhalte gesichtet. Welche Seiten haben heute Traffic? Welche werden nie aufgerufen?
  • Wettbewerb analysiert. Was machen die 3 wichtigsten Mitbewerber online?

Phase 2 — Bestandsaufnahme der alten Seite

Bevor die alte Seite ersetzt wird, muss ihr aktueller Stand vollständig dokumentiert sein. Sonst gehen bei der Migration Inhalte und Rankings verloren.

  • Vollständige URL-Liste exportieren — aus Analytics, Google Search Console, Sitemap, Serverdaten und einem Crawl-Tool
  • Top-Traffic- und Conversion-Seiten identifizieren — die tatsächliche Verteilung auswerten, nicht eine 80/20-Regel voraussetzen
  • Aktuelle Suchbegriffe dokumentieren — wofür rankt die Seite heute?
  • Backlinks erfassen — welche externen Seiten verlinken auf welche URLs?
  • Conversion-Punkte dokumentieren — wie kommen heute Anfragen herein?
  • Alle Bilder, PDFs, Downloads katalogisieren — was muss in die neue Seite mit?

Phase 3 — Konzeption der neuen Seite

Mit den Daten aus Phase 2 wird das neue Konzept gebaut:

  • Neue Seitenstruktur (Sitemap) entwerfen — logisch und SEO-freundlich
  • URL-Struktur festlegen — sprechende, kurze URLs ohne unnötige Parameter
  • Inhaltsstrategie pro Seite — welche Botschaft, welcher Call-to-Action, welches Suchwort
  • Designentwürfe für die zentralen Seitentypen — Startseite, Leistungsseite, Über-uns-Seite, Kontakt
  • Responsive-Verhalten festlegen — mobile First ist 2026 nicht optional
  • Performance-Ziele definieren — Largest Contentful Paint unter 2,5 Sekunden, Cumulative Layout Shift unter 0,1

Phase 4 — Vor dem Go-Live

Bevor die neue Seite live geht, muss die Migration vollständig vorbereitet sein. Das ist der kritischste Punkt für SEO.

  • Vollständige 301-Weiterleitungsliste erstellen — alte URL → neue URL für jede einzelne Seite
  • 404-Seite einrichten — mit Suchfunktion und Verlinkung auf Hauptbereiche
  • Sitemap.xml vorbereiten — vollständig mit allen neuen URLs
  • Robots.txt anpassen — keine versehentlichen Blockaden
  • Strukturierte Daten (Schema.org) für relevante Seiten
  • DSGVO-Compliance — Datenschutzerklärung, Impressum, Cookie-Banner
  • Tracking-Tools korrekt eingebaut — Google Analytics 4, Suchkonsole, optional Pixel
  • Testlauf auf Staging-Server — vollständiger Funktionstest aller Formulare und Interaktionen
  • Backup der alten Seite — komplett und auf einem zweiten Speicherort

Phase 5 — Go-Live und erste Tage

Der Go-Live ist nicht das Ende — er ist der Anfang der wichtigsten Phase.

  • 301-Weiterleitungen aktivieren und sofort stichprobenartig prüfen
  • Neue Sitemap in der Search Console einreichen
  • Indexierungs-Anfrage für die 20 wichtigsten neuen URLs in der Search Console
  • Crawl der neuen Seite mit dem Crawl-Tool — sind alle Seiten erreichbar?
  • Funktionstest aller Formulare in der Produktivumgebung
  • Erste Performance-Messung mit PageSpeed Insights
  • Alte Tracking-Tools deaktivieren falls vorhanden, neue scharfstellen
  • Cache-Warmup — wichtige Seiten einmal manuell aufrufen, damit der Server-Cache vorgeladen ist

Phase 6 — Nachsorge nach dem Go-Live

  • Search Console und Serverlogs prüfen — Crawling, Indexierung, 404/410, Weiterleitungen und Sitemap
  • Alte und neue URL-Gruppen vergleichen — Klicks, Impressionen und Indexierungsstatus pro Seitentyp
  • Conversions und Tracking validieren — nicht jeden Rückgang vorschnell SEO zuschreiben
  • Interne und wichtige externe Links aktualisieren
  • User-Feedback und Performance-Daten auswerten

Google nennt keine feste Zwei-, Sechs- oder Acht-Wochen-Grenze für die Bewertung. Mittlere Websites können einige Wochen benötigen, größere länger; die Geschwindigkeit hängt unter anderem von URL-Anzahl und Serverleistung ab. Deutliche Abweichungen sollten anhand konkreter URL-Gruppen und technischer Signale diagnostiziert werden.

Nachvollziehbarkeit

Quellen und weiterführende Informationen

Schnell geklärt

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert ein Website-Relaunch?

Realistisch 3 bis 6 Monate vom ersten Workshop bis zum Go-Live. Wenn auch neue Inhalte (Texte, Bilder, Videos) erstellt werden müssen, gerne 5 bis 8 Monate. Express-Relaunches unter 8 Wochen sind selten ohne Qualitätsverlust möglich.

Wie minimiere ich SEO-Risiken beim Relaunch?

Inventarisieren Sie alte URLs und deren Leistung, ordnen Sie jeder relevanten URL ein passendes Ziel zu, testen Sie permanente serverseitige Weiterleitungen, aktualisieren Sie Canonicals und interne Links, reichen Sie die neue Sitemap ein und überwachen Sie beide URL-Sets. Eine pauschale Verlustquote lässt sich nicht seriös nennen.

Was kostet ein professioneller Website-Relaunch?

Im Mittelstand realistisch zwischen 8.000 und 25.000 €, je nach Umfang. Details unter Webdesign Kosten Mittelstand.

Kann ich den Relaunch selbst machen?

Designtechnisch und konzeptionell — vielleicht. Die SEO-Migration sollte aber unbedingt jemand machen, der Erfahrung damit hat. Ein einziger Migrations-Fehler kostet oft mehr Traffic, als ein DIY-Projekt jemals einspart.

Sollte ich die alte Domain behalten?

Wenn möglich, ja — Domain-Wechsel sind ein zusätzliches SEO-Risiko. Wenn der Domain-Wechsel inhaltlich nötig ist (Umfirmierung, neuer Markenauftritt), braucht es eine eigene Migrations-Strategie mit Search-Console-Domain-Wechsel-Funktion.