Inhaltsverzeichnis
Zwei Angebote nennen dieselbe monatliche Betreuungspauschale. Das erste umfasst Suchkampagnen und einen Bericht. Das zweite enthält zusätzlich Anzeigenentwürfe, Tests auf der Zielseite und eine Besprechung der Leadqualität. Der Betrag ist vergleichbar, die Leistung noch nicht.
Dieser Ratgeber hilft Ihnen, eine Google-Ads-Betreuung zu beauftragen und Angebote zu prüfen. Die Planung des eigentlichen Werbebudgets finden Sie im separaten Beitrag Google Ads Kosten pro Monat.
Welche Kosten gehören zur Google-Ads-Betreuung?
Trennen Sie im Angebot die Zahlungen an Google von den Leistungen der Agentur. Für einen realistischen Vergleich brauchen Sie außerdem die einmaligen Arbeiten und mögliche Zusatzaufträge. Lassen Sie bei allen Beträgen angeben, ob sie netto oder brutto gemeint sind.
Die Tabelle lässt sich seitlich verschieben.
| Kostenblock | Wofür Sie bezahlen | Was zu klären ist |
|---|---|---|
| Mediabudget | Ausspielung Ihrer Anzeigen durch Google | Wer zahlt an Google? Sind die tatsächlichen Plattformkosten separat sichtbar? |
| Einrichtung oder Übernahme | Kontoprüfung, Struktur, Recherche, Anzeigen und Messkonzept | Was wird neu aufgebaut, was übernommen? Welche Ergebnisse werden geliefert? |
| Laufende Betreuung | Auswertung, vereinbarte Optimierung und Abstimmung | Welche Kampagnen, Märkte und Leistungen umfasst die Pauschale? |
| Zusätzliche Umsetzung | Zum Beispiel neue Landingpages, Fotos oder eine CRM-Anbindung | Ist das enthalten, separat kalkuliert oder erst nach Freigabe beauftragbar? |
Pauschale, Budgetanteil oder Stundenhonorar?
Keines dieser Modelle ist von sich aus fairer oder leistungsfähiger. Entscheidend ist, ob es zum Arbeitsumfang passt und ob Mehrkosten vorher erkennbar sind.
Die Tabelle lässt sich seitlich verschieben.
| Modell | Einordnung | Frage vor der Unterschrift |
|---|---|---|
| Monatliche Pauschale | Gut planbar, wenn Aufgaben und Grenzen beschrieben sind. | Welche Änderungen oder zusätzlichen Kampagnen lösen Mehrkosten aus? |
| Anteil am Mediabudget | Das Honorar wächst mit dem vereinbarten Budgetmaßstab; der Aufwand muss nicht im selben Verhältnis steigen. | Welcher Betrag ist die Grundlage? Gibt es Mindesthonorar, Staffelung oder Obergrenze? |
| Stunden oder Arbeitspakete | Geeignet für abgegrenzte Prüfungen und Arbeiten mit nachvollziehbarem Aufwand. | Wie werden Stunden dokumentiert und Überschreitungen freigegeben? |
| Erfolgsabhängige Vergütung | Nur sinnvoll vergleichbar, wenn Ergebnis, Zuordnung und Qualitätskriterien eindeutig sind. | Zählt ein Formular, ein qualifizierter Kontakt oder ein Abschluss? Wie werden Dubletten und Stornos behandelt? |
Eine Beispielrechnung über sechs Monate
Das folgende Beispiel ist frei gerechnet und weder ein Rislinger-Angebot noch ein Marktmittelwert. Alle Beträge sind netto. Wir nehmen in beiden Varianten 2.000 Euro Mediabudget pro Monat an.
Angebot A: 600 Euro Betreuung pro Monat plus 900 Euro Einrichtung. Über sechs Monate entstehen 12.000 Euro Mediakosten und 4.500 Euro Agenturkosten, zusammen 16.500 Euro.
Angebot B: 15 Prozent des Mediabudgets, mindestens 500 Euro monatlich, plus 1.500 Euro Einrichtung. Die Mindestgebühr greift, weil 15 Prozent von 2.000 Euro nur 300 Euro sind. Über sechs Monate entstehen ebenfalls 12.000 Euro Mediakosten und 4.500 Euro Agenturkosten, zusammen 16.500 Euro.
Beide Angebote kosten im Beispiel gleich viel. Trotzdem können sie sich bei Tracking, Anzeigenproduktion, Besprechungen und Kündigungsbedingungen erheblich unterscheiden. Steigt das Mediabudget auf 4.000 Euro, würde B bei unveränderten Konditionen 600 Euro Betreuung pro Monat kosten. Ob A dann weiterhin 600 Euro kostet, muss im Angebot stehen.
Landingpages, Creatives, zusätzliche Software und interner Zeitaufwand sind in dieser Rechnung nicht enthalten. Ergänzen Sie diese Positionen, bevor Sie Ihre Gesamtinvestition beurteilen.
Welche laufenden Leistungen sollten beschrieben sein?
Ein gutes Angebot benennt wiederkehrende Aufgaben und Zuständigkeiten. „Kontinuierliche Optimierung“ allein erklärt noch nicht, was Sie bekommen. Für eine Suchkampagne würden wir mindestens diese Punkte besprechen:
- Suchanfragen und Ausrichtung: Welche Anfragen passen, welche verbrauchen Budget ohne passenden Bedarf?
- Anzeigen und Zielseiten: Wer erstellt Varianten, prüft Aussagen und setzt Änderungen auf der Website um?
- Messung: Wer kontrolliert, ob relevante Anfragen erfasst werden und die Definition der Conversion noch stimmt?
- Wirtschaftlichkeit: Wie fließen erreichbare Kontakte, qualifizierte Gespräche und Abschlüsse in die Auswertung ein?
- Entscheidungen: Welche Tests laufen, was wurde daraus gelernt und welche Änderung steht als Nächstes an?
Vereinbaren Sie einen zur Datenmenge passenden Rhythmus. Tägliche Änderungen sind kein Qualitätsmerkmal. Bei wenigen Anfragen oder einem langen Verkaufsprozess kann eine belastbare Bewertung länger dauern. Legen Sie fest, wann ein Test ausgewertet wird und welcher Befund zum Stoppen oder Fortsetzen führt.
Wie transparent müssen Kosten und Kontozugänge sein?
Google verlangt von Drittanbietern, eigene Verwaltungsgebühren vorab schriftlich offenzulegen und auf Rechnungen auszuweisen. Wenn tatsächliche Google-Werbekosten berichtet werden, sind diese ohne die eigenen Gebühren darzustellen. Die Google-Ads-Kundennummer muss dem Kunden auf Anfrage mitgeteilt werden. Quelle: Googles Transparenzanforderungen.
Unsere Empfehlung für die Zusammenarbeit geht über einen Monatsbericht hinaus: Ihr Unternehmen sollte seine Kontozuständigkeit, einen passenden eigenen Zugriff und den Ablauf eines Agenturwechsels von Beginn an klären. Teilen Sie keine persönlichen Passwörter. Vereinbaren Sie stattdessen geeignete Zugriffsrechte.
Zum Vertragsende sollten Kampagnenstand, Messkonzept, vorhandene Auswertungen und vereinbarte übertragbare Assets nachvollziehbar übergeben werden können. Klären Sie auch, welche externen Tools oder Lizenzen mit dem Betreuungsvertrag enden.
Wann lohnt sich eine Agentur gegenüber interner Betreuung?
Eine feste Budgetgrenze beantwortet diese Frage nicht. Ein einzelnes regionales Angebot kann ein geschultes internes Team gut betreuen. Mehrere Geschäftsbereiche, wechselnde Angebote oder eine schwierige Leadzuordnung können erheblich mehr Arbeit verursachen.
Vergleichen Sie den externen Aufwand mit der tatsächlich verfügbaren internen Zeit. Wer beobachtet Suchanfragen? Wer prüft die Messung nach einem Website-Update? Wer spricht mit dem Vertrieb über unpassende Kontakte? Wenn diese Aufgaben intern zuverlässig erledigt werden, kann ein gelegentlicher externer Kontocheck ausreichen.
Umgekehrt nimmt eine Agentur Ihnen nicht jede Aufgabe ab. Sie benötigt freigegebene Leistungsinformationen, einen Ansprechpartner und Rückmeldungen zur Qualität der Anfragen. Diese Mitwirkung gehört ebenso in die Planung wie das Honorar.
Checkliste und Vorlage für Ihren Angebotsvergleich
- Sind Mediabudget, Einrichtung, Betreuung und Extras getrennt ausgewiesen?
- Sind Leistungen, Kampagnenumfang und Zuständigkeiten konkret beschrieben?
- Ist geregelt, wie Zusatzaufwand beauftragt wird?
- Werden Plattform-Conversions und qualifizierte Anfragen unterschieden?
- Bekommen Sie eine verständliche Auswertung mit Entscheidungen und offenen Aufgaben?
- Sind Kontozugriff, Kundennummer und Übergabe geklärt?
- Kennen Sie Laufzeit, Kündigungsfrist und mögliche Folgekosten?
Sie können diese Fragen mit der Vorlage für den Google-Ads-Angebotsvergleich (CSV) auf mehrere Angebote anwenden. Sie enthält leere Felder für Ihre Angaben und keine empfohlenen Marktpreise.
Für die konkrete Beauftragung erläutern wir unsere Google-Ads-Betreuung für Unternehmen. Bringen Sie vorhandene Angebote, Ziele und Kontobefunde mit – daraus lässt sich ein passender Umfang ableiten.
Nachvollziehbarkeit
Quellen und weiterführende Informationen
Schnell geklärt
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine Google-Ads-Agentur pro Monat?
Das Honorar hängt vom vereinbarten Umfang ab: Kampagnen, Märkte, Anzeigen, Messung und Abstimmung. Vergleichen Sie Einrichtung, monatliche Betreuung und Extras getrennt vom Werbebudget. Eine Pauschale oder ein Budgetprozentsatz allein sagt wenig über die Leistung aus.
Ist das Werbebudget im Agenturhonorar enthalten?
Das muss das Angebot eindeutig ausweisen. Mediabudget bezahlt die Ausspielung bei Google; Agenturhonorar bezahlt die vereinbarten Dienstleistungen. Auch bei einem Gesamtpreis sollten diese Positionen nachvollziehbar getrennt sein.
Ist ein Prozentmodell günstiger als eine Pauschale?
Nicht automatisch. Mindestgebühren, Staffelungen, Einrichtung und Zusatzleistungen können den Vergleich verändern. Rechnen Sie beide Modelle über denselben Zeitraum und mit demselben Leistungsumfang durch.
Was sollte bei einem Agenturwechsel übergeben werden?
Klären Sie Kontozugriffe, Kampagnenstand, Tracking-Dokumentation, Berichte und die vereinbarten Rechte an Anzeigen und weiteren Assets. Prüfen Sie außerdem, welche Toolzugänge oder Lizenzen an die bisherige Betreuung gebunden sind.



